Ohrenentzündung Hund: Ursachen, Symptome, Behandlung
Eine Ohrenentzündung beim Hund ist eine der häufigsten Erkrankungen im tierärztlichen Alltag. Sie ist für betroffene Hunde oft sehr schmerzhaft und kann unbehandelt chronisch werden. Typische Anzeichen sind Juckreiz, häufiges Kopfschütteln oder ein unangenehmer Geruch aus dem Ohr.
In diesem Artikel von felmo Tierärztin Dr. Anne Hemmerling erfährst du, wie du eine Ohrenentzündung erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und wann eine tierärztliche Behandlung notwendig ist.
Was ist eine Ohrenentzündung beim Hund?
Wenn bei Hunden von einer Ohrenentzündung gesprochen wird, handelt es sich in den meisten Fällen um eine Entzündung des äußeren Gehörgangs (Otitis externa).
Im Gegensatz zum Menschen sind beim Hund meist nicht die inneren Ohranteile, sondern der äußere Gehörgang betroffen.
Ursachen einer Ohrenentzündung beim Hund
1. Direkte Auslöser
Die häufigsten unmittelbaren Ursachen sind:
Bakterien
Hefepilze (z. B. Malassezia)
Fremdkörper wie Grasgrannen
2. Prädisponierende Faktoren
Viele Hunde erkranken nicht zufällig, sondern aufgrund begünstigender Faktoren:
Schlappohren oder stark behaarte Gehörgänge
Enge oder schlecht belüftete Gehörgänge
Häufiges Schwimmen
Symptome: Woran erkenne ich eine Ohrenentzündung?
Hunde zeigen oft sehr deutlich, dass etwas nicht stimmt. Typische Symptome sind:
Häufiges Kopfschütteln
Kratzen am Ohr oder Reiben an Möbeln
Schmerzreaktion bei Berührung
Rötung, Schwellung oder Wärme am Ohr
Übelriechender Geruch aus dem Ohr
Dunkler, eitriger oder fettiger Ausfluss
Schiefhalten des Kopfes
Verhaltensänderungen oder Unruhe
Hausmittel bei Ohrenentzündung – sinnvoll oder riskant?
Von eigenständigen Behandlungsversuchen wird dringend abgeraten. Eine Ohrenentzündung sollte immer tierärztlich abgeklärt werden, da sie sonst schwerwiegender werden kann oder chronisch verläuft.
Ohrreiniger, Öle oder alte Medikamente können:
das Trommelfell schädigen
Infektionen verschlimmern
Schmerzen verstärken
Vorbeugung: Was kann ich selbst tun?
Vorbeugung sollte immer individuell erfolgen. Nicht jeder Hund braucht regelmäßige Ohrenpflege.
Sinnvolle Maßnahmen können sein:
Regelmäßige Sichtkontrollen
Sanfte Reinigung nur bei Bedarf
Keine Wattestäbchen verwenden
Ohren nach dem Baden gut trocknen
Abklärung von Allergien
„Ohrenentzündungen beim Hund sind häufig, schmerzhaft – aber gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt und fachgerecht therapiert werden. Eigenbehandlungen sollten vermieden werden, da sie mehr schaden als nutzen können."
Hunde mit Ohrenentzündung: Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache. In den meisten Fällen erfolgt eine lokale Behandlung, um Nebenwirkungen zu vermeiden.
Zum Einsatz kommen:
Antibiotika
Antimykotika
Entzündungshemmer
Antiparasitika
Kombinationspräparate
Medikamente & Langzeitmanagement
Nicht jeder Hund braucht regelmäßig Ohrreiniger
Grunderkrankungen müssen konsequent behandelt werden
Parasitenprophylaxe ist grundsätzlich empfehlenswert
Bei Hefepilz-Neigung können saure Ohrreiniger sinnvoll sein
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Alle Hunde, die bestimmte prädisponierende Faktoren mitbringen, sei es durch Grunderkrankungen, Anatomische Voraussetzungen oder Verhalten/ Haltungsform.
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Üblicherweise nicht. Ausnahme ist hier wieder, wenn eine Grunderkrankung vorliegt, z.B. eine Futtermittelallergie.
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Eine leichte Ohrenentzündung kann in seltenen Fällen von selbst abheilen, doch meistens verschlimmert sie sich ohne Behandlung. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, wenn Symptome wie Juckreiz, Rötung oder übler Geruch auftreten.