Kastration bei Katze & Kater – Ablauf, Vorteile, Risiken und Kosten
Du überlegst, deine Katze oder deinen Kater kastrieren zu lassen? Die Kastration ist ein häufiger Routineeingriff, der nicht nur unerwünschten Nachwuchs verhindert, sondern auch hormonbedingtes Verhalten (Rolligkeit, Markieren, Streunen) reduzieren kann. In diesem Ratgeber von felmo Tierärztin Anne Hemmerling bekommst du einen klaren Überblick über Ablauf, richtigen Zeitpunkt, Vor- und Nachsorge sowie Kosten zur Kastration bei Katzen.
- Was bedeutet Kastration bei Katzen?
- Kastration vs. Sterilisation – was ist der Unterschied?
- Muss ich meine Katze kastrieren lassen?
- Vorteile der Kastration
- Nachteile und mögliche Risiken
- Ablauf der Kastration bei Katze und Kater
- Der richtige Zeitpunkt für die Kastration
- Vorbereitung und Nachsorge einer Kastration
- Checkliste – kurz & knapp
Was bedeutet Kastration bei Katzen?
Bei der Kastration bei Katzen werden die Keimdrüsen entfernt – also die Organe, die Geschlechtshormone produzieren.
Katze: Entfernung der Eierstöcke (ggf. zusätzlich der Gebärmutter – je nach Methode/Indikation)
Kater: Entfernung der Hoden
Effekt:
keine Fortpflanzung mehr möglich
weniger hormonbedingtes Verhalten (z. B. Rolligkeit, Markieren, Streunen)
Kastration vs. Sterilisation – was ist der Unterschied?
Der wichtigste Unterschied
Kastration: Keimdrüsen werden entfernt → Hormone sinken → Verhalten verändert sich häufig deutlich
Sterilisation: Eileiter/Samenleiter werden durchtrennt → fortpflanzungsunfähig, aber hormonelles Verhalten bleibt meist bestehen
Fazit: Wenn im Alltag von „Kastration“ die Rede ist, ist in der Regel auch genau das gemeint – nicht Sterilisation.
Muss ich meine Katze kastrieren lassen?
Gesetzlich ist eine Kastration nicht überall verpflichtend, aber in einigen Gemeinden gibt es eine Kastrationspflicht für Freigänger. Praktisch ist die Kastration für viele Katzen (und ihre Halter:innen) eine sehr sinnvolle Entscheidung, weil sie:
unkontrollierte Vermehrung verhindert
das Risiko bestimmter hormonabhängiger Erkrankungen senken kann
das Zusammenleben oft erleichtert (weniger Rolligkeit/Markieren/Streunen)
Vorteile der Kastration
Vorteile für Wohnungskatzen
weniger Stress durch ausbleibende bzw. reduzierte Rolligkeit
geringeres Risiko für Erkrankungen der Gebärmutter
geringeres Risiko für Gesäugetumore (v. a. bei früher Kastration)
weniger Lautäußerungen, Unruhe oder Dauerrolligkeit
👉 In diesem Ratgeber findest du alles wissenswertes zur Rolligkeit deiner Katze
Vorteile für Freigängerkatzen
weniger Streunen (geringeres Risiko für Unfälle/Verletzungen)
weniger Revierkämpfe (v. a. bei Katern)
keine ungewollten Kitten
insgesamt weniger Katzenelend durch unkontrollierte Vermehrung
👉 Übrigens gelten seit 2026 neue Regelungen für Freigängerkatzen in teilen Deutschlands.
Nachteile und mögliche Risiken
Gewichtszunahme
Nach der Kastration ändert sich der Stoffwechsel. Viele Tiere brauchen weniger Kalorien, fressen aber zunächst wie gewohnt. Das kann zu Übergewicht führen.
Was hilft:
Futtermenge anpassen
tägliche Spieleinheiten / mehr Bewegung
regelmäßige Gewichtskontrollen
OP- und Narkoserisiko
Die Kastration ist ein Routineeingriff, wird aber unter Vollnarkose durchgeführt. Wie bei jeder OP gibt es ein (meist geringes) Risiko für Komplikationen. Ein guter Gesundheitscheck vorab reduziert dieses Risiko deutlich.
Ablauf der Kastration bei Katze und Kater
Ablauf bei der Katze (weiblich)
Vollnarkose
kleiner Schnitt in der Bauchdecke
Entfernung der Eierstöcke
Wundverschluss (je nach Nahttechnik müssen Fäden später gezogen werden oder lösen sich selbst)
Ablauf beim Kater (männlich)
Vollnarkose
kleine Schnitte am Hodensack
Entfernung der Hoden
meist sehr schnelle Wundheilung, häufig ohne Fäden
„Bei Freigängerkatzen ist die Kastration eindeutig sinnvoll: Schutz vor Verletzungen, weniger Streunen und keine ungewollte Fortpflanzung. Auch bei Wohnungskatzen erleichtert sie das Zusammenleben erheblich"
Der richtige Zeitpunkt für die Kastration
Viele Katzen werden zwischen 5 und 9 Monaten geschlechtsreif (große Rassen oft später). Kater häufig etwa 8 bis 10 Monate.
Muss eine Katze vorher einmal rollig gewesen sein?
Nein. Das ist ein häufiger Mythos. Eine Rolligkeit ist für viele Katzen stressig und kann gesundheitlich belasten.
Kastration während der Rolligkeit?
In der Regel wird nicht während der Rolligkeit kastriert, weil das Gewebe stärker durchblutet sein kann und das OP-Risiko steigen kann. Sprich dafür am besten mit deiner Tierärztin/deinem Tierarzt.
Vorbereitung und Nachsorge einer Kastration
Vor der OP
meist ca. 12 Stunden vorher nicht füttern (Wasser nach Anweisung)
Gesundheitscheck vor dem Eingriff
Nach der OP
warm, ruhig, geschützt lagern (Narkose wirkt nach)
Fressen/Trinken nach tierärztlicher Anweisung
Wunde täglich kontrollieren
bei Katzen häufig sinnvoll: Body oder Halskrause, damit nicht geleckt wird
Freigänger möglichst erst wieder rauslassen, wenn die Wunde stabil verheilt ist
Warnzeichen nach der OP
Bitte tierärztlich abklären, wenn du Folgendes siehst:
starke Schwellung, Rötung oder Nässen an der Wunde
übler Geruch, Eiter, Blutungen
Fieber, starke Teilnahmslosigkeit
die Wunde geht auf
Checkliste – kurz & knapp
✅ 12 Stunden vorher nicht füttern
✅ nach der OP nicht allein lassen, bis die Katze wieder sicher läuft
✅ warm halten (Narkose → Temperatur fällt leichter ab)
✅ Wundlecken verhindern (Body/Kragen)
✅ Wunde täglich checken
✅ Freigänger erst nach guter Heilung wieder rauslassen
Kosten der Kastration bei Katze und Kater
Die Kastration ist ein häufiger und sinnvoller Eingriff, der viele gesundheitliche und verhaltensbezogene Vorteile mit sich bringt. Neben der eigentlichen Operation können jedoch auch Nachsorge, Medikamente oder unerwartete Komplikationen zusätzliche Tierarztkosten verursachen. Die Kosten für eine Kastration liegen je nach Tier, Aufwand und Praxis meist zwischen 120 und 250 Euro.
Mit der Katzenversicherung von Dalma bist du für genau diese Situationen gut vorbereitet. Eine Kastration ohne medizinische Indikation kann anteilig über das Vorsorge-Budget der Krankenversicherung abgerechnet werden. Liegt eine medizinische Notwendigkeit vor, greift der reguläre OP- oder Krankenversicherungsschutz. So weißt du, dass deine Katze rund um den Eingriff gut abgesichert ist und du dich ganz auf ihre Genesung konzentrieren kannst.
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Der optimale Zeitpunkt für eine Kastration, hängt individuell von Entwicklungsstand und Lebensumständen des Tieres ab. Ein gemischtes Katzen-Pärchen sollte z.B. aus Sicherheitsgründen lieber früher kastriert werden, als ein gleichgeschlechtliches Pärchen.
Außerdem ist bei Freigänger-Katzen die Kastration ebenfalls wichtiger und früher zu empfehlen, als bei reinen Wohnungskatzen. Üblicherweise werden Katzen im Alter von 6 bis 8 Monaten kastriert. Im Rahmen einer Frühkastration kann das zu Hause auch problemlos im Alter von 4 Monaten geschehen.
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Aufgrund der Narkose darfst du deine Samtpfote am Tag der Operation nicht füttern, damit sie beim Eingriff nüchtern ist. Du solltest aber weiterhin Wasser zur Verfügung stellen.
Nach der OP kannst du wieder Futter anbieten, wenn das Tier eine normale Koordination zeigt und fit auf vier Pfoten unterwegs ist. Wir empfehlen immer, mit einer kleinen Portion zu beginnen, um sicherzugehen, dass die narkosebedingte Übelkeit vollständig vorbei ist.
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Auch wenn das Wort "Sterilisation" häufig verwendet wird, werden in der Regel sowohl bei Katern als auch bei Katzen Kastrationen durchgeführt.
Mehr Informationen dazu findest du in unserem Ratgeber unter Kastration bei der Katze.
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Die Kosten der Kastration schwanken je nach Gewicht, Geschlecht und Gesundheitszustand des Tieres. Bei weiblichen Katzen ist der Eingriff ein wenig komplizierter und dementsprechend etwas teurer.
Je nach weiteren Untersuchungen können sich weitere Kostenschwankungen ergeben. Schreib uns am besten im Chat der felmo App. Wir können dir sagen, wie viel ähnliche Termine in der Vergangenheit gekostet haben.
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Bis die Wunde der Operation vollständig verheilt ist, dauert es bei der Katze bis zu 10 Tage. In dieser Zeit solltest du wildes Toben vermeiden und Freigängerkatzen nicht nach draußen lassen. Es kann bei deiner Katze außerdem zu Schmerzen kommen.
Bei einem Kater ist der Eingriff einfacher, die Wunde heilt daher meist schon schneller wieder ab.
Bis der Hormonhaushalt der Katze und des Katers sich wieder eingependelt haben können Tage oder Wochen vergehen.